Therapie bei einer erektilen Dysfunktion

Nach einem ausführlichen Gespräch bei einem Facharzt kommt es bei körperlichen Ursachen der erektilen Dysfunktion zur Einnahme von Medikamenten. Dennoch stehen auch weitere Möglichkeiten zur Verfügung diese Störung zu behandeln.

Testosteronmangel behandeln

​Je älter ein Mann wird, desto mehr sinkt der Testosteronspiegel im Blut. Dies ist jedoch ein ganz natürlicher Vorgang. Sobald im jüngeren Alter Erektionsstörungen auftreten, sollte der Testosteronwert anhand einer Blutuntersuchung geprüft werden. Wenn dieser Wert zu niedrig ist, hat man die Möglichkeit mit verschiedenen Hormonen diesen auszugleichen.

Eine Testosteronersatztherapie erfolgt in Form eines Gels, welches auf die Haut aufgetragen wird. In manchen Fällen wird Testosteron sogar in den Muskel gespritzt. Damit es nicht erst zu einem frühzeitigen Testosteronmangel kommt, ist es möglich im Alltag mit verschiedenen kleinen Tipps und Tricks diesem vorzubeugen. Grundvoraussetzung für einen guten Testosteronwert ist vor allem, dass die Blutgefäße im Körper in Ordnung sind. Faktoren die dies negativ beeinflussen können sind:

  • Rauchen
  • übermäßiger Alkoholgenuss
  • Übergewicht
  • unausgeglichener Blutdruck
  • ​Blutzucker

Medikamente für die Behandlung einer erektilen Dysfunktion 

Bei erektilen Dysfunktion werden gerne Phosphodiesterase 5 Hemmer eingesetzt. Diese erhält man nur auf Rezept von einem Facharzt. Zu den bekanntesten Wirkstoffen gehören Sildenafil, Tadalafil, Vardenafil und Avanafil.  All diese Wirkstoffe sind verschreibungspflichtig und haben in etwa eine ähnliche Wirkung und auch Nebenwirkungen. Weitere Unterschiede finden sich in der Wirkungsdauer und im Wirkungseintritt der Medikamente. Um die passende Medikation für den Mann zu finden ist eine ausführliche Untersuchung, sowie ein Gespräch mit einem Facharzt notwendig.

Eine Wirkung von PDE- 5 - Hemmern ist nur möglich, wenn es eine sexuelle Erregung des Mannes gibt. Zu den wohl häufigsten Nebenwirkungen gehören unter anderem:

  •  Kopfschmerzen
  • Rötungen der Haut im Gesicht
  • Sodbrennen
  • Muskel und Rückenschmerzen
  • Sehstörungen
  •  verstopfte Nase und andere

 Vor der Einnahme eines PDE-5 Hemmer ist es daher wichtig den Beipackzettel zu lesen und sich genau über die Nebenwirkungen zu informieren.

Die Schwellkörper-Autoinjektionstherapie = SKAT 

Es gibt natürlich auch Männer die keine PDE-5-Hemmer einnehmen dürfen. Für diese kommt eine Schwellkörperautoinjektionstherapie in Frage. In den Schwellkörper des Penis wird mit einer kleinen dünnen Nadel ein Medikament gespritzt. Danach ist es möglich, dass ein erhöhter Blutfluss im Penis stattfinden kann. Etwa 15 Minuten später ist eine vollständige Erektion vorhanden. Die Wirkung kann bis zu einer Stunde anhalten. Die Injektion selbst wird nicht als schmerzhaft oder unangenehm empfunden. Jedoch ist eine korrekte Dosierung wichtig, damit es nicht zu stundenlangen Erektionen aufgrund einer Überdosierung kommt. Das Besondere an dieser Therapie ist, das die Krankenkasse die Kosten übernimmt.

Medikamentöses Urethrales System zur Erektion = MUSE

Bei dieser Variante handelt es sich um ein kleines Zäpfchen, welches über die Harnröhre eingeführt wird. Über die Harnröhrenwand kann der Wirkstoff des Zäpfchens in den Schwellkörper gelangen. Der Blutfluss wird verstärkt und nach 15 Minuten ist eine Erektion vorhanden. Die Wirkung hält auch hier etwa bis zu einer Stunde an. Leider bringt diese Variante Nebenwirkungen mit sich, beispielsweise:

  • ​Schmerzen im Penis
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Brennen in der Harnröhre

Bei einer Schwangerschaft der Partnerin sollte zusätzlich bei dieser Methode ein Kondom verwendet werden, da es sonst zu vorzeitigen Wehen kommen kann. Ob diese Methode für den Mann in Frage kommt muss der Arzt im Einzelfall entscheiden. Die Therapiekosten übernimmt die Krankenkasse in den meisten Fällen.

Vakuumtherapie - Penispumpe

Penispumpen sind frei verkäuflich. Man erhält diese im Internet oder diversen Sexshops. Früher galten diese Pumpen als frivol. Dabei sind diese Pumpen sehr nützlich. Mit Hilfe von Unterdruck wird der Blutfluss im Schwellkörper verstärkt und eine Erektion kann entstehen.

Auf dem Markt sind viele verschiedene gute Produkte erhältlich. Sobald ein Arzt eine Vakuumpumpe  verschreibt, übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten.

Operation - Implantate

In ganz seltenen Fällen kommt es zu einem operativen Eingriff am Schwellkörper. Hier werden sogenannte Implantate  aus Silikon eingesetzt. Man sollte jedoch bedenken, dass dieser Eingriff nicht rückgängig zu machen ist. Die wohl häufigste angewendete Variante ist ein sogenanntes ausfüllbares Implantat.​

​Dieses enthält Kochsalzlösung und wird im Unterbauch eingepflanzt. Eine kleine Pumpe wird in den Hodensack eines Mannes eingepflanzt und auf Knopfdruck kann der Mann das Implantat befüllen. So kann eine Erektion entstehen. Auch hier gibt es eine Übernahme der Kosten durch die Krankenkasse. 

Psychotherapie

Die Behandlung einer erektilen Dysfunktion oder von Erektionsstörung ist eine sehr komplexe Aufgabe. Meist reicht es gar nicht aus nur die körperlichen und organischen Ursachen unter die Lupe zu nehmen. Daher ist es empfehlenswert auch eine psychologische Beratung anzunehmen. Sobald diese ärztlich verordnet ist  werden die Kosten durch die Krankenkasse übernommen.

Fazit zur Therapie bei erektilen Dysfunktion

Ein Mann kann nicht jeden Tag 100% geben. Es ist manchmal gar nicht so einfach dem Leistungsdruck der Arbeit,  dem Alltag und den persönlichen Wünschen gerecht zu werden. Männer die unter einer erektilen Dysfunktion leiden brauchen dringend ärztlichen Rat, damit es nicht zu Depressionen und weiteren Begleiterscheinungen kommt. Man sollte auf keinen Fall sich selbst therapieren, beispielsweise mit vielversprechenden Potenzmitteln aus dem Internet. Bei einem Facharzt ist ein Mann mit den Problemen an Erektionsstörung gut aufgehoben.