Tabu Thema Testosteronmangel

Testosteronmangel kann jeden Mann ab dem 40. Lebensjahr treffen. Doch was geschieht im Körper, dass es überhaupt zu einem solchen Mangel kommt?

Je älter ein Mann wird, desto mehr freies Testosteron wird ab dem 40. Lebensjahr abgebaut. Man spricht von mehr als 1 % pro Lebensjahr. Mediziner sprechen hier über Hypogonadismus und auch die sogenannte Andropause eines Mannes.  
Spürbar wird der Testosteronmangel bei einem Mann, sobald Erektionsstörungen einsetzen die Libido verloren geht oder sich verringert und die Standhaftigkeit nicht mehr wie gewohnt vorhanden ist.
Eine Behandlung von Testosteronmangel ist in der heutigen Medizin ganz einfach, braucht aber auch ein wenig Unterstützung mit Sport und einer ausgewogenen Ernährung.

​Warum braucht der Körper Testosteron?

Unter Testosteron versteht man ein männliches Sexualhormon, welches man in den Leydig-Zellen findet. Diese Zellen kommen im Hoden vor, ebenso in der Nebennierenrinde und in der Leber eines Mannes. Bei Frauen wird dies ebenfalls in den Eierstöcken produziert.

​Ein gesunder Mann profitiert ab dem 20.Lebensjahr von einem sehr ausgeglichenen und dennoch hohen Testosteronspiegel. Dies sollte bei bester Gesundheit bis zum 50. Lebensjahr so bleiben. Ab dem 50. Lebensjahr fällt auch bei einem gesunden Mann der Testosteronspiegel ganz natürlich immer weiter ab. Aus vielen Studien geht hervor, dass bei einem Großteil der Männer dieser Rückgang des Testosteronspiegels bereits ab dem 40. Lebensjahr stattfindet. Im Alter von 70 Jahren hat sich bereits der Wert um 30 % verringert.

Was sind die Ursachen ?

Wie oben beschrieben handelt es sich um einen ganz natürlichen Vorgang im Körper eines Mannes. Die Hirnanhangdrüse ist mit zunehmendem Alter nicht mehr in der Lage wie gewohnt zu arbeiten. Eine weitere Ursache ist, dass die Funktion der wichtigen Leydig Zellen abnimmt. Ebenfalls können sich Medikamente oder andere Erkrankungen negativ auf den Testosteronspiegel auswirken.

Aus vielen Studien geht ebenfalls hervor, dass verschiedene klinische Symptome im Zusammenhang mit Testosteronspiegel auftreten:

  • Frakturen im Oberschenkel
  • Depressionen
  • allgemeine Unzufriedenheit, vor allem sexuell

Das klinische Zusammenspiel umfasst ebenfalls die Blutbildung, die Körpermasse, die Muskelkraft und die Knochendichte. Mediziner umfassen diese Symptome unter folgendenen Begriffen:

  • Altershypogonadismus
  • Andropause

Welche Symptome hat Testosteronmangel?

Unser Körper altert, weil die Hormone in unserem Körper zurückgehen. Testosteron ist nicht nur für die Libido wichtig. Männer mit einem ausgeglichenen Testosteronspiegel fühlen sich allgemein wohler, da die Muskulatur, der Blutkreislauf, die Psyche und die Knochen unseres Körpers davon profitieren.

Ein Testosteronmangel zeigt sich vor allem im Libidoverlust. Man spricht von mehr als 70 % der Männer, die dieses Symptom als erstes bemerken. Gefolgt wird dies mit einer Erektionsstörung. Darunter leiden meist 50 Prozent der Männer. Doch es gibt auch weitere Symptome, die vielleicht auf den ersten Blick nicht mit Testosteronmangel zu verbinden sind:

  • die Muskelkraft reduziert sich
  • der Mann wird kleiner
  • die Knochendichte reduziert sich
  • starkes Schwitzen
  • die Körperbehaarung geht zurück
  • die männliche Brust vergrößert sich
  • starke Gewichtszunahme
  • Depressionen
  • Leistungsabfall
  • Blutmangel
  • Osteoporose

Wie man also sehen kann, sind das völlig verschiedene Symptome, die aber alle auf einen Testosteronmangel hindeuten können.

Wie diagnostiziert man einen Testosteronmangel?

Ein Besuch beim Hausarzt steht ganz oben auf der Liste. Dieser sollte eine Blut abnehmen und die wichtigen Werte im Labor auswerten lassen. Weiterhin ist die Kontrolle von Blutdruck sehr wichtig. Im Labor müssen folgende Werte genau unter die Lupe genommen werden:

  • Testosteron
  • LH
  • FSH
  • SHBG
  • Estradiol
  • Prolaktin
  • PSA-Wert
  • Leberwerte 

Eine weitere Untersuchung ist dann beim Urologen wichtig. Dieser benötigt einen Tastbefund, sowie eine Ultraschalluntersuchung. Gerade die Prostata und die Hoden müssen gründlich untersucht werden. Im weiteren Verlauf müssen noch einige Funktionstest`s erfolgen. Diese Untersuchungen sind vielleicht für einen Mann nicht so besonders angenehm, doch man sollte nicht aus den Augen verlieren, dass es auch weitaus schlimmeres Erkrankungen wie ein Prostatakarzinom gibt.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?


Eine Behandlung eines Testosteronmangels ist umfangreich und besteht aus:

  • einer Hormonergänzung 
  • einer Aufstellung eines Sportprogramms
  • einer angepassten ausgewogenen Ernährung

Diese Kombination ist jedoch nur möglich, wenn es sich bei dem Testosteronmangel nicht um ein Prostatakarzinom handelt. Sinnvoll ist die Behandlung nur, wenn der Testosteronwert unter 12 nmol/l liegt. Dies wird anhand der beschriebenen Untersuchungen festgelegt.

Behandlung mit Medikamenten?

Die Behandlung mit Medikamenten ist vor allem abhängig vom Alter des Mannes. Männer ab dem Alter von 50 Jahren benötigen eine schnelle und kurzfristig wirksame Medikation. Dies kann auch mit einem Gel erreicht werden. Bevor es zu einer Medikation kommt, muss ein aufklärendes Gespräch mit den behandelnden Ärzten erfolgen.

Den Alltag unter die Lupe nehmen

Unser komplexes Körpersystem ist aber auch in der Lage sich selbst gut zu tun. Die Selbstheilung kann durch verschiedene Faktoren aktiviert werden:

  • Sport im Alltag integrieren, es muss ja nicht gleich ein Marathon sein
  • Entspannung ist vor allem bei einem stressigen Alltag besonders wichtig
  • Eine ausgewogene Ernährung ist das A und O
  • Bewusstseinsentwicklung für die eigene Gesundheit 

​Ist eine Heilung von Testosteronmangel möglich?

Wichtig ist im Vorfeld, dass wirklich geklärt wird, wie schwer der Testosteronmangel ist. Eine gute Nachricht gibt es aber. Selbst eine schwere Störung kann kurzfristig und gut geheilt werden. Dabei kann man auch sagen, dass es nur wenige Nebenwirkungen gibt. Bei einem altersbedingten Testosteronmangel kann man langfristig einen normalen Wert erreichen, welches in dem Alter normal wäre. Die körperlichen und sexuellen Beschwerden können gelindert werden und davon profitiert vor allem die Psyche und das allgemeine Wohlbefinden.

Nach der Therapie ist vor der Therapie

Es ist wichtig, dass jeder betroffene Mann regelmäßig zur Kontrolle geht und die ärztliche Überwachung ernst nimmt. Dies ist vor allem wichtig in Hinsicht auf ein Karzinomrisiko. Vor allem bei unerwarteten Symptomen sollte man sich umgehend an seinen Arzt wenden. Von einer Selbstmedikation ist absolut abzuraten. Keinerlei Medikation ohne Absprache mit dem Arzt.

Fazit

Männer mit Testosteronmangel haben wirklich ein ernsthaftes Problem. Leider kann dies sehr unangenehme Folgen haben, wenn man es nicht ernst nimmt, kann man sich schnell in einem Teufelskreis verirren. Ein Testosteronmangel kann sich nicht nur auf das Sexualleben auswirken, sondern auch auf die Psyche. Damit es gar nicht erst soweit kommt, sollte man seinen Hausarzt aufsuchen und auch die Untersuchungen beim Urologen ernst nehmen.